Der ein oder andere mag vielleicht meinen, dass es im Winter im Garten nichts zu tun gäbe. Oder vielleicht hat sich jemand auch schon einmal gefragt, was denn Landschaftsgärtner im Winter machen, wenn kaum etwas wächst oder die Bedingungen für Arbeiten auf der Baustelle zu schlecht sind. Ich hoffe, dass ich denjenigen in diesem Beitrag diese Frage beantworten kann und bestenfalls auch allen anderen etwas Informatives über die Tätigkeit im Garten- und Landschaftsbau berichten kann.
Es ist wahr, dass die Aufgaben für den Gärtner in der kalten Jahreszeit ziemlich beschränkt sind. Weil kaum Gartenpflege anfällt, nutzen viele Garten- und Landschaftsbaubetriebe den Winter für die Wartung ihrer Maschinen und Geräte, zur Inventur oder weichen zeitweise auf den Winterdienst aus.
Es gibt jedoch eine Sache, die hauptsächlich im Winter, also zwischen den Vegetationsperioden der Pflanzen, durchgeführt wird. Das ist der Gehölzschnitt. Dieser Rückschnitt an Bäumen und Sträuchern wird unter anderem zur Gesunderhaltung und zur Förderung von Blühwilligkeit und Fruchtbildung durchgeführt. Im Sinne des Umweltschutzes gibt es sogar einen Schutzzeitraum für Gehölze: Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen sie im Zeitraum von März bis Oktober nicht radikal zurückgeschnitten werden.
Je nach Schnittzeitpunkt und Schwere des Rückschnitts unterscheidet man in verschiedene Schnittarten. Vom Landschaftsgärtner wird hauptsächlich der Pflege- und Erhaltungsschnitt durchgeführt. Wie der Name schon sagt, dient dieser zur Förderung des natürlichen Habitus des Gehölzes und fördert die Vitalität. Dabei werden zum einen kranke, tote und abgebrochene Zweige eingekürzt, sowie aneinander reibende Äste und Konkurrenztriebe entfernt.
Wie oft und in welchem Ausmaß ein Gehölzschnitt durchgeführt werden muss, hängt außerdem von der jeweiligen Pflanze ab. Man unterscheidet zum Beispiel zwischen Laub- und Nadelgehölzen, Rosen, Klettergehölzen und Obstbäumen. Aber auch innerhalb einer Gruppe gibt es Unterschiede und die Differenzierung in verschiedene Schnittgruppen. So gibt es beispielsweise Laubgehölze, die vor dem Austrieb geschnitten werden müssen und Laubgehölze, die erst im Frühjahr nach der Blüte geschnitten werden sollten.
Obwohl die Theorie des Gehölzschnitt relativ kompliziert klingt und einiges beachtet werden muss, ist der Gehölzschnitt meiner Meinung nach ein wichtiger Teil der Ausbildung zum Gärtner und ermöglicht, dass Bäume und Sträucher für eine lange Zeit erhalten bleiben und besondere Freude bereiten können.
Eure Carolion!