Während unserer Ausbildungszeit lernen wir knapp 300 Pflanzen. Das bedeutet eine Menge theoretisches Wissen. Um sich dieses Wissen bestmöglich anzueignen, hat jeder seine eigene Strategie. Ich stelle euch heute meine Lernmethode(n) vor.
Bücher und Karteikarten als Grundlage
Während meiner Ausbildung habe ich mir verschiedene Bücher und Karteikarten gekauft, die ich anfangs zum Lernen genutzt habe. Leider habe ich schnell festgestellt, dass ich eher ein praktischer Lerntyp bin und mir die Verknüpfung zur Praxis fehlte. Dennoch kann ich die Bücher sehr empfehlen.
Folgende Pflanzenbücher erhaltet ihr über euren Betrieb:
Lernmedien für NICHT umlagepflichtige Betriebe:
Pflanzenbuch Band I+II
Lernmedien für ausbildungsumlagepflichtige Betriebe:
über diesen Link
Meine Karteikarten-Vorlage
Deshalb habe ich mir überlegt, wie ich das Wichtigste aus der Theorie mit der Praxis verbinden kann. So habe ich mir eigene Karteikartenvorlagen erstellt, auf denen ich die wichtigsten Informationen platzsparend notieren kann.
Hier könnt ihr die Lernkarte dowloaden und beim Lernen nutzen: Katys Vorlage: Lernkarte
Die farbliche Auswahl der Karteikarten habe ich nach den Pflanzengruppen festgelegt, die wir auch in der Schule lernen:
- Heimische Laubgehölze
- Heimische Nadelgehölze
- Immergrüne Gehölze
- Frühjahrsblüher
usw.
Auf die Rückseite klebe ich entweder Blätter der jeweiligen Pflanze oder zeichne sie selbst. Alternativ kann man sich auch Bilder ausdrucken.
Pflanzen direkt in der Natur bestimmen
Das Ganze mache ich bei einem Spaziergang. Ich suche mir eine bestimmte Pflanze aus und bestimme sie.
Zur sicheren Bestimmung nutze ich entweder die App Flora Incognita oder die AuGaLa-Bücher.
Anschließend schreibe ich das, was ich an der Pflanze sehe, sowie die wichtigsten Informationen aus dem Buch auf meine Vorlage.
So lerne ich Pflanzen nachhaltig
Zu Hause sortiere ich die Karten nach verschiedenen Themenbereichen, zum Beispiel:
- Bodenbeschaffenheit
- Lebensbereiche
- Blütezeit
usw.
Anschließend stelle ich mir daraus verschiedene Beetkombinationen zusammen. So entstehen in meinem Kopf unterschiedliche „Gärten“, die ich später leichter abrufen kann.
Wichtig ist, die Pflanzen nicht einzeln, sondern miteinander verknüpft zu lernen. Das erleichtert das spätere Erinnern erheblich.
Fazit
Ich finde diese Herangehensweise für mich am effektivsten, weil sie vor allem visuelle und motorische Lerntypen anspricht und Theorie mit Praxis verbindet.
Das Lernen erfordert zwar etwas Zeit, bleibt dafür aber nachhaltig im Kopf.
Alternativ kann man natürlich auch fertige Karteikarten oder Bücher nutzen, ohne selbst alles mitzuschreiben.
Da Pflanzenkenntnisse ein wichtiger Bestandteil der Abschlussprüfung sind, kommt man um das Lernen der Pflanzen nicht herum.
Legende zu den Karteikarten
Blattinformationen
- Immergrün
- Sommergrün
- Wintergrün
Form
Details zur Blattform.
LB – Lebensbereich
Der Lebensbereich beschreibt den Standort, an dem sich eine Pflanze nach dem System von Hansen/Stahl am wohlsten fühlt.
Beispiele:
- B = Beet
- Fr = Freifläche
- GR = Gehölzrand
- G = Gehölz
- St = Steinanlage
- WR = Wasserrand
- W = Wasserpflanze
Steht beispielsweise Fr 2–3, bedeutet das:
- Fr = Freifläche
- 2–3 = frischer bis feuchter Boden
Weitere Abkürzungen
Licht
Lichtverhältnisse, z. B. sonnig, absonnig oder schattig.
Boden
Bodenbeschaffenheit, z. B. lehmig oder humos.
B
Blütezeit und Blütenform.
F
Fruchtzeit und Fruchtform.
↔️
Wuchsbreite.
⬆️
Wuchshöhe.
❗
Weitere Informationen, z. B. Giftigkeit, Vermehrung oder Besonderheiten.