Wie verdichteter Boden wieder luft- und wurzelfreundlich wird
Die meisten Menschen verbinden den landschaftsgärtnerischen Beruf vor allem mit Pflanzen, Natursteinen, Holz oder Teichen. Doch ein oft unterschätzter Faktor spielt in unserer täglichen Arbeit eine entscheidende Rolle: der Boden. Sein Zustand beeinflusst maßgeblich die Gesundheit der Pflanzen sowie die Dauerhaftigkeit von Wegen, Terrassen und anderen Bauwerken.
Bodenverdichtung – Fluch und Segen zugleich
Im Wege- und Terrassenbau ist ein verdichteter Untergrund notwendig. Nur so lässt sich verhindern, dass Pflasterflächen oder Gartenwege später absacken.
In der Vegetationstechnik hingegen – also überall dort, wo Pflanzen wachsen sollen – ist Bodenverdichtung problematisch.
Ein verdichteter Boden enthält zu wenig Luftporen. Die Folgen:
- Pflanzen können schlechter einwurzeln
- Wasser versickert nur unzureichend
- Staunässe und Fäulnis entstehen
- Bodenleben wird stark eingeschränkt
Gerade bei der Neuanlage von Gärten lässt sich Bodenverdichtung kaum vermeiden. Schwere Bagger, Radlader oder gelagerte Baumaterialien belasten den Boden oft immer wieder an denselben Stellen.
So wirkt die Geoinjektion im Boden
Durch die eingebrachte Druckluft wird der Boden regelrecht angehoben. Je nach Bodentyp kann sich der Bereich um die Einstichstelle herum um bis zu 5–10 cm anheben.
Anschließend sackt der Boden durch sein Eigengewicht wieder zusammen – allerdings lockerer und luftiger als zuvor.
Um diesen Effekt dauerhaft zu sichern, können gleichzeitig Bodenverbesserungsmittel injiziert werden.
Bodenverbesserungsmittel gezielt einsetzen
Je nach Bedarf lassen sich unterschiedliche Materialien in den Boden einbringen:
- Bims oder Tongranulate
→ strukturstabil, sorgen für dauerhafte Luftporen
- Wasserspeicher (Absorber)
→ verbessern die Wasserspeicherfähigkeit
- Nährstoffträger
→ gleichen nährstoffarme Böden aus
So kann die Geoinjektion nicht nur Bodenverdichtung beheben, sondern auch sandige, ausgelaugte oder strukturarme Böden gezielt aufwerten.
Geoinjektion im Wurzelbereich von Bäumen
Ein besonderer Vorteil der Geoinjektion ist ihr Einsatz im Kronenbereich von Bäumen. Hier kann man zum Beispiel Mykorrhiza-Pilze direkt zwischen die Wurzeln injizieren.
Diese Pilze gehen eine Symbiose mit den Baumwurzeln ein und helfen dabei, Nährstoffe und Wasser besser aufzunehmen – ein echter Boost für geschwächte oder gestresste Bäume.
Richtiger Abstand: So wird korrekt injiziert
Grundregel bei der Geoinjektion: → Eine Einstichstelle pro Quadratmeter
Am besten markiert man sich die Punkte vorher, um den Überblick zu behalten. Denn wer zu nah an einer bereits injizierten Stelle erneut lanzt, riskiert eine eher unschöne Überraschung:
Die zuvor eingebrachten Bodenverbesserungsmittel können euch aus dem letzten Loch wieder entgegenfliegen – eine ziemlich dreckige Angelegenheit.
Fazit: Kleine Maßnahme, große Wirkung
Die Geoinjektion ist ein wirkungsvolles, bodenschonendes Verfahren im Garten- und Landschaftsbau. Sie verbessert:
- die Durchlüftung des Bodens
- die Wasserversickerung
- die Wurzelentwicklung
- die Nährstoffverfügbarkeit
Merksatz - kurz gesagt: Gesunder Boden = gesunde Pflanzen = langlebige Gärten.
Eure Natalie