Auf meiner aktuellen Baustelle hatte der Kunde den Wunsch, seinen Garten möglichst naturfreundlich zu gestalten. Dabei spielten Insekten eine zentrale Rolle, insbesondere die Wildbienen standen im Fokus. Ziel war es, ein geeignetes Umfeld zu schaffen, in dem Wildbienen nisten, überwintern und leben können.
Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer heimischen Pflanzenwelt. Viele Arten leben solitär und bevorzugen offene, sonnige Standorte mit sandigem, nährstoffarmem Boden, idealerweise mit Quarzsand. Genau diesen Boden haben wir auf der Baustelle gezielt eingesetzt, um ein artgerechtes Umfeld zu schaffen.
Quarzsand als Lebensraum im Wegebau
Ein besonderes Highlight für mich war der Wegebau mit Arena-Pflaster, das in Quarzsand verlegt und ebenfalls mit Quarzsand ausgefugt wurde.
Der Vorteil:
Quarzsand ist wasserdurchlässig, erwärmt sich schnell in der Sonne und bietet in den offenen Fugen einen geeigneten Brutraum für bodennistende Wildbienen. Solche Fugen erfüllen also nicht nur eine bautechnische, sondern auch eine ökologische Funktion.
Totholz: Gestaltungselement mit Funktion
Darüber hinaus haben wir Totholz verwendet, das sich vielseitig einbauen lässt. In unserem Fall diente es sowohl als Stütze für Himbeeren, damit sie nicht in den Weg hängen, als auch als geeigneter Nistplatz für Wildbienen. Totholz kann aber auch bewusst als gestalterisches Element eingesetzt werden – funktional und dekorativ zugleich.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Oftmals integrieren wir auch kleine Wildbienenfelder – ein Element, das sich leicht in jedem Garten umsetzen lässt.
Der Aufbau ist einfach:
Ein Rand aus Bruch- oder Sandstein fasst eine Fläche ein, in der etwa 30–40 cm tief Quarzsand eingebaut wird. Besonders edel wirkt es in Kombination mit einer Sandsteinmauer. Diese strukturreiche Fläche zwischen Stauden oder Gehölzen kann jede*r ohne großen Aufwand anlegen – und schafft damit ein kleines Biotop.
Fazit
Mir hat dieses Projekt gezeigt, wie einfach es sein kann, den Insekten etwas Gutes zu tun: Es braucht keinen komplett verwilderten Garten, um ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen. Schon kleine Maßnahmen wie der Einsatz von Quarzsand, naturbelassenes Fugenmaterial oder Totholz können einen großen Beitrag zur Artenvielfalt leisten – und dabei den Garten auch optisch bereichern.
Ich freue mich schon auf weitere gestalterische Projekte, die den Beruf als Landschaftsgärtner so abwechslungsreich machen.
Euer Felix!